Die Nachfrage nach Immobilien ist an der Nordseeküste in den letzten Jahren rasant gestiegen. Längst sind nicht mehr nur kleine Ferienhäuser als Wochenenddomizil für Großstädter gefragt. Immer mehr Menschen suchen nach Wohnraum, um in der gesunden Nordseeluft alt zu werden.

Nicht nur auf Sylt explodieren die Preise

Die berühmte Jetset-Insel Sylt machte schon vor vielen Jahren den Anfang. Hier haben die Preise selbst die deutschen Großstädte überholt: ein Reihenhäuschen mit 62 Quadratmeter Wohnfläche und einem Garten kostet in Westerland beeindruckende 675.000 Euro. Problematisch ist die Situation für die Inselbewohner selbst, die zunehmend aufs Festland flüchten, wo sie noch bezahlbaren Wohnraum finden. Wer auf der Suche nach einer attraktiven Immobilie meint, das Phänomen sei nur auf Sylt beschränkt, der täuscht sich: Die trendige ostfriesische Insel Norderney hat preislich fast schon zu Sylt aufgeschlossen: Quadratmeterpreise von über 5.000 Euro sind auf beiden Inseln heute schon üblich für freistehende Immobilien, die als Hauptwohnsitz genutzt werden – längst nicht nur in der ersten Reihe mit Meerblick.

Relativ erschwinglich sind derzeit noch Immobilien auf Föhr und Amrum, den südlichen Nachbarn von Sylt im nordfriesischen Wattenmeer. Obwohl landschaftlich nicht minder schön, profitieren sie davon, dass es um sie keinen vergleichbaren Hype wie um Sylt mit seinen Luxuslokalen und Norderney mit seinen großen Festivals gibt. Hierher ziehen vor allem Menschen, die Ruhe und Beschaulichkeit suchen. Allerdings dreht sich die Preisspirale auch hier weiter: Auf Föhr zahlen Käufer mittlerweile rund 380.000 Euro für ein Einfamilienhaus und auf Amrum rund 450.000 Euro. Ein neugebautes Friesenhaus kann sich dabei durchaus im Millionenbereich bewegen. Schnäppchen sind, wenn überhaupt, nur noch auf dem Festland zu machen – zumindest im Norden. Der südliche Teil der Region, die bereits zur Metropolregion Hamburg gehört, verzeichnet ebenfalls seit Jahren stark steigende Immobilienpreise, da immer mehr Großstädter auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum ins Umland flüchten.

Ein Haus auf den Nordseeinseln als Wertanlage

Experten raten Interessierten dennoch dazu, ihre Träume vom Haus am Meer zu realisieren, denn sie erwarten auch in den nächsten Jahren eine anhaltende Nachfrage, die zu weiteren Wertsteigerungen führen wird. Einerseits geht eine wohlhabende Generation in Rente, deren Wohnhäuser vor allem in den Großstädten enorm an Wert gewonnen haben und die nun ihre Träume von einem idyllischen Ruhestand verwirklichen wollen. Andererseits führt die fortschreitende Digitalisierung dazu, dass immer mehr Menschen von zu Hause arbeiten können. Wer dann nur noch einmal pro Woche zu Meetings oder Konferenzen ins Büro nach Hamburg fahren muss, kann die restliche Woche auf der Insel genießen – und als Frühsport zum Surfen ins Meer gehen, statt sich mit dem Fahrrad auf verstopften Großstadtstraßen durchzukämpfen. Paradiesische Aussichten für alle Liebhaber der Nordsee und ihrer endlosen Weiten…

Bild: © istock.com/Juergen Sack