Siele, Schafe und Häuptlinge an der niedersächsischen Nordseeküste

Niedersächsische Nordseeküste

Foto: Der Pilsumer Leuchtturm. Kurt F. Domnik/pixelio.de

Von der Ems bis an die Elbe erstreckt sich die niedersächsische Nordseeküste: Vom Rheiderland und Ostfriesland im Westen über die Wesermarsch und Butjadingen bis zum Cuxland und Alten Land. Fischerdörfer und Sielorte säumen die flache Küste und in der Ferne leuchten die ostfriesischen Inseln aus dem Watt.

Das Fahrrad ist das ideale Gefährt für einen Urlaub an der niedersächsischen Nordseeküste. Am besten mit Westwind im Rücken immer am Deich entlang Richtung Osten, das Wattenmeer im Blick, den Duft der See in der Nase. Das Deichvorland mit seinen Salzwiesen schenkt Tieren und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum und im Sommer den Campern Plätze mit Meerblick. Auch für ein paar Sandstrände zum Buddeln ist gesorgt. Das alltägliche Leben spielt sich achtern Diek ab. Hinter dem Deich liegen die Sielorte, Dörfer und Bauernhöfe.

Grenzregion Dollart

Ganz im Westen, an der holländischen Grenze, schiebt sich der Dollart wie ein dicker Hängebauch in die Landschaft. Um den Dollart herum schmiegt sich das grenzüberschreitende Rheiderland. Der deutsche Teil liegt verträumt am östlichen Ufer, im Norden und Osten von der Ems umschlungen. Es hat wenige, kleine, hübsche Dörfer, die Pogum, Ditzum oder Jengum heißen, altes Bootshandwerk und noch mehr Weite als das benachbarte Ostfriesland. Dorthin führt nur eine Fähre oder die hohe Autobahnbrücke bei der Stadt Leer.

Windmühlen und Häuptlinge

Die ursprünglich moorige Landschaft Ostfrieslands ist heute geprägt von bäuerlicher Landwirtschaft und unzähligen Windrädern. Eine Anlage in Holtriem ist für Interessierte geöffnet, die bereit sind mehr als 250 Stufen zu erklimmen. Ein beeindruckendes Werk moderner Technik mit einer gigantischen Aussicht. Besondere Freude macht es allerdings, unterwegs auf eine der zahlreichen, alten Windmühlen zu treffen. Einige Windmühlen beherbergen ein Museum oder ein Café andere mahlen noch regelmäßig Getreide oder entwässern das Gelände.

Das Land der Ostfriesen regierten im 14. Jahrhundert fürstliche Häuptlinge. Ihre Burgen markieren den Herrschaftsbereich der jeweiligen Herrschaftsfamilie wie die Hajo-Unken-Burg in Leer, die Manningaburg in Pewsum, die Beningaburg in Dornum und dazwischen die Burg Berum der Cirksenas. Die Küste säumt ein endloser Deich, unterbrochen von Sielen und den kleinen, gemütlichen Sielhäfen. Hier starten die Fähren zu den vorgelagerten ostfriesischen Inseln.

Rund um den Jadebusen

An die tiefeingeschnittene Bucht des Jadebusens schmiegen sich im Westen die friesische Küste und die Hafenstadt Wilhelmshaven mit dem neuen Weser-Jade-Port. Am Ostufer breitet sich die Wesermarsch mit der Halbinsel Butjadingen aus, flaches, weites Land mit schönen Bauernhöfen und Windmühlen. Die Wesermündung begrenzt das beschauliche Butjadingen auf der anderen Seite. Die Großstadt Bremerhaven ist über eine Fähre zu erreichen. Gemausert sich der ehemalige Auswandererhafen nach Übersee zu einer touristisch interessanten Stadt mit Museen, einem attraktiven Zoo und viel Gastronomie.

Äpfel und Kirschen an der Elbe

Von der Weser bis zur Elbe erstreckt sich das Wurster Land, das Cuxland und das Alte Land. Hinter dem Deich ducken sich Bauernhöfe zwischen ihre Hofbäume, vor dem Deich tummeln sich in den Sommermonaten die Badegäste und Camper. Ganz nah fahren am alten Anleger von Cuxhaven, der Alten Liebe, die großen Pötte von Hamburg kommend Richtung Nordsee oder umgekehrt. Die Elbe ist hier so breit, dass man das gegenüberliegende Ufer kaum ausmachen kann. Am Elbufer entlang ziehen sich in Kehdingen und dem Alten Land die Dörfer mit ihren Obsthöfen mit teils reich verzierten Giebeln.

Autorin: Martina Poggel

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