Riesensandkasten Dänemark

Ferienhausurlaub Dänemark

400 Kilometer Urlaub am Sandstrand: das ist die dänische Nordseeküste von den dänischen Wattenmeerinseln im Süden über gemächliches Strandleben an der Haffküste bis zu den windreichen Surfspots im Norden. Die überwiegend kleinen Urlaubsorte liegen hinter dem breiten Dünengürtel oder direkt am Meer, dazwischen Dünen, Dünen, Dünen. Die große Einsamkeit ist jedoch nicht zu finden, denn allein 100 Campingplätze und die unzähligen Ferienhäuschen, die überall in den dänischen Dünen von der deutschen Grenze bis Skagen in allen Größen und Ausstattungen auftauchen, säumen die Küste. Sie sind besonders bei Familien beliebt, die den Endlossandstrand, die Ruhe und die Freundlichkeit der Dänen zu schätzen wissen.

Ganz im Süden von Dänemark fehlt jedoch der Sandstrand an der Küste. Das flache Marschland hinter den Deichen ist flach und weit, davor das Wattenmeer mit seinen vielen auf den ersten Blick unsichtbaren Bewohnern und Tausenden von Vögeln. Das Wattenmeerzentrum in Vester Vedsted bei Ribe informiert spannend über den Lebensraum Watt und den „Nationalpark Vadehavet“.In der kalten Jahreszeit geht es mit Eimern ins Watt zur Austernsuche. Eine Reportage im Nordseemagazin MeinMeer (1-2013) stimmt ein auf eine Safari auf dänisch.

Was der Küste Südwestjütlands fehlt, haben die Inseln Rømø und Fanø dafür im Übermaß. An der Westseite ist Rømø mit einem der breitesten Strände der Welt gesegnet. Der Weg zum Meer ist bis zu vier Kilometer lang, deshalb ist der Riesenstrand im Norden mit dem Auto befahrbar, der Südstrand ist glücklicherweise autofrei. Rømø ist tidenunabhängig über den 9.200 Meter langen Damm erreichbar. Im Sommer schlendern viele Touristen durch die kleinen Orte und bewundern die reich verzierten Haustüren der alten Kapitänshäuser. Das Naturcenter Tønnisgard informiert über das Wattenmeer. Angeschlossen ist ein interessantes Museum über Wale, die in der Walfängerzeit das Leben an der Küste stark prägten. Besonders spektakulär und bedrückend war die Strandung von 34 Pottwalen Ende der 90er Jahre.


Foto: Gerhard Frassa/pixelio.de

Die Miniinsel Mandø ist als echte Wattinsel strandfrei, dafür werden regelmäßig Treckerfahrten auf den wüstenartigen Koresand angeboten. Auch das nördliche Fanø besitzt einen Sandstrand auf ihrer Westseite und als Besonderheit eine fünf Kilometer lange Sandbank, den Søren Jessen Strand. Fanø schaut auf eine reiche Schiffsbautradition zurück. Heute leben die Insulaner von den zahlreichen Urlaubern, denen Tausende von Ferienhäusern, Campingstellplätzen und weiteren Unterkünften zur Verfügung stehen. Fanø ist mit der Fähre von der ”Hauptstadt” des Westens Esbjerg zu erreichen, die als Servicehafen für die Öl- und Gasförderindustrie von Bedeutung ist. Auch als Kunststadt hat sich Esbjerg mittlerweile einen Namen gemacht. So schauen seit 1995 die vier weißen, 9 Meter großen „Menschen am Meer“ von Svend Wilig Hansen auf die Nordsee. Die Ho Bucht ist der nördlichste Zipfel des Wattenmeeres und wird von der Halbinsel Skallingen von der Nordsee getrennt. Auf der Halbinsel sind noch viele Bunker aus dem zweiten Weltkrieg stehen geblieben und dienen zum Teil als Museen oder Kunstplattformen.

Am westlichsten Landpunkt Dänemarks, dem Blåvands Huk, knickt die Küste nach Norden ab und ist ab hier der vollen Brandung der Nordsee ausgesetzt. Vorgelagert ist die Sandbank Horns Rev, die in der Vergangenheit viele Schiffe auf dem Gewissen hat und deshalb von den einheimischen „Teufelshorn“ genannt wird und einen imposanten, begehbaren Leuchtturm besitzt. Seit 2002 steht dort der erste Offshore-Windpark der Nordsee mit 80 Generatoren auf 20 Quadratkilometern.

Hier beginnt die Haffküste Dänemarks, die typische Dünen- und Ferienhausküste. Blåvand, Vejers, Grærup und weitere kleine Orte und Ferienhaussiedlungen reihen sich an der Küste entlang. Eine Unterbrechung bietet das Ferienzentrum Seawest mit Erlebnisbad und anderen Einrichtungen in einer futuristischen, gläsernen Düne, der 64 Meter hohe Blåbjerg, die größte Düne Dänemarks, und das Walhaus mit einem 12 Meter langen Pottwalskelett in Nymindegab, das ein bekannter Treffpunkt für Maler ist.


Foto: RAHOUSE/pixelio.de

Wenig nördlich lockt der Ringkøbingfjord mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Im Naturschutzgebiet Tipperne können Vogelliebhaber auf Beobachtungsposten gehen und auf dem renaturierten Skjern Å machen Paddeltouren Spaß. Surfanfänger und Familien mit kleinen Kindern schätzen die sanften Wellen des geschützten „Fjords“. Die Könner starten von Holmsland Klit, der bis zu 30 Meter hohen, 35 Kilometer langen und meist nur wenige 100 Meter breiten Nehrung, die den „Fjord“ von der Nordsee trennt. Bei Hvide Sande ist der durch Fluttore gesicherte Durchlaß zur Nordsee. Regelmäßige Fischauktionen und das Westküstenaquarium sind bei den zahlreichen Touristen beliebt, die rund um den Ringkøbingfjord Unterkünfte und Vergnügungen finden. Der Begriff „Fjord“ ist irreführend. Als die Gletscherströme am Ende der Eiszeit ins Meer flossen, bildeten sie sanfte Buchten, die von den Meeresströmungen ausgeglichen wurden. So bildeten sich vor den Buchten die Nehrungen, die sie zu echten Haffs machten, auch die nördlicheren Haffs Stadil- und Nissumfjord gehören dazu. Der nördliche Küstenstreifen mit den kleinen Fjorden ist zum Teil sogar ferienhausfrei und für den Naturschutz interessant. Besonders markant ist die 40 Meter hohe Steilküste von Bovbjerg mit seinem weinrot gestrichenen Leuchtturm.

Der Limfjord durchzieht Dänemark von der Nord- bis zur Ostsee und trennt Nordjütland vom Rest Dänemarks ab. Er ist ein überaus beliebtes Surf- und Segelrevier. Der Thyborøn-Kanal ist als Verbindung zur Nordsee erst 1862 bei einer Sturmflut entstanden. Das namengebende Städtchen Thyborøn am Südufer des Kanals hat einige sehr interessante Attraktionen. Im Jyllands Akvariet kann man lebende Fische streicheln. Das Kystcentret bietet modernes Edutainment und erlebbare Naturphänomene. Das berühmte Schneckenhaus  hat der Fischer Pedersen über und über mit Muscheln und Schnecken verziert.

Nördlich des Thyborøn-Kanals beginnt das Vogelschutzgebiet Agger Tange, das der südliche Ausläufer des ersten Nationalparks in Dänemark ist, des Nationalparks Thy. Auf Wanderungen durch die entlegenste Ecke Dänemarks hat sich das Nordseemagazin MeinMeer (2-2013) gemacht. Früher hat Sandflug das Land unwirtlich gemacht. Im 19. und 20. Jahrhundert sind die Sandflächen bepflanzt worden, um dem unaufhörlichen Wind eine natürliche Grenze zu setzen. Der Starkwind hat auch positive Seiten, denn er hat Klitmøller zum besten Surfspot Europas gemacht. Von manchen Fans wird es sogar als Cold Hawaii gepriesen. Das größte dänische Naturschutzgebiet ist in den Nationalpark integriert, das Hanstholm Wildreservat. Sogar der scheue Otter lebt in einem der Seen. Hanstholm liegt an dem exponierten nordwestlichen Knick von Jütland. Deshalb ist hier die heute größte Bunkeranlage des 2. Weltkriegs gebaut worden. Im Museumscenter Hanstholm kann man sie besichtigen.


Foto: Luedi/pixelio.de

Die Küste Nordjütlands wird auch Buchtenküste genannt. Eine langgestreckte, sanft geschwungene Bucht nach der nächsten zieht sich bis Skagen. Sanft ist sie allerdings nicht. Der raue Wind der Nordsee bläst unaufhörlich, unerklimmbare Steilküsten ragen auf und Wanderdünen begraben Land und Häuser unter sich. Der einzige und deshalb geschützte Vogelfelsen Dänemarks ist die am Anfang der Jammerbucht gelegene Kalkklippe des Bulbjerg. Mit etwas Glück kann man Eissturmvögel und Basstölpel beobachten. Windkiter und Paraglider finden ein gutes Revier an den hohen Klippen, die die Buchten begrenzen, die höchste ist Rudbjerg Knude mit beachtlichen 90 Metern am Ende der Jammerbucht. Einsame Strände sind hier noch zu finden, aber immer wieder bevölkern Ferienzentren wie Fårup Aquapark und Sommerland und quirlige Orte wie Blokhus und das extrem touristische Løkken die breiten Strände.

Weiter nördlich regiert der Sand, der bei Rudbjerg Knude den Leuchtturm und etwas weiter nördlich die Mårup Kirke auf dem Gewissen hat: der Leuchtturm wurde verschüttet und der Kirche der sandige Untergrund nach und nach weggespült. Beide mussten aufgegeben werden, sind aber noch zu besichtigen. Über den Fährhafen Hirtshals, der Dänemark mit Norwegen verbindet, einen schönen Leuchtturm und ein sehenswertes Nordseemuseum hat, gelangt man zum nördlichsten Zipfel Dänemarks. Die Halbinsel mit Skagen an ihrer Spitze, scheint ganz vom Sand beherrscht. Eine riesige Wanderdüne, die berühmte Råbjerg Mile, schiebt sich um jährlich 8 bis 10 Meter von West nach Ost über den schmalen Landstreifen. Am nördlichsten Strand, Grenen, treffen Nord- und Ostsee zusammen und sorgen dafür, dass Dänemark noch ein wenig größer wird, denn der Zipfel wächst noch 10 Meter pro Jahr Richtung Nordwesten. In dieser eigenwilligen Landschaft haben sich um die Wende zum 20. Jhdt. die Skagenmaler etabliert, eine der wenigen dänischen Kunstschulen von internationalem Rang. Zu ihnen gehörten Anna und Michael Ancher, Peter Severin Krøyer und Holger Drachmann, deren Kunst heute noch in Skagen zu besichtigen ist.

Finden Sie Unterkünfte an der dänischen Nordsee-Küste!

Ausflugsziele in der Umgebung

Wer in die Vergangenheit der Eisenzeit eintauchen möchte, kann das im Hjemsted Oltidspark bei Skærbæk. Die Wikinger begegnen dem Dänemarkreisenden auf Schritt und Tritt. Die älteste Stadt Dänemarks Ribe in Südwestjütland mit einem sehenswerten Dom und dem Wikingercenter war ein alter Wikingerhandelsplatz. In Thy sind ca. 100 Hügel- und Schiffsgräber auf der Höjstrup Wikingergrabstätte zu besichtigen. Etwas weiter östlich liegt die Wikingerburg Aggersborg und in der Nähe von Aalborg die größte skandinavische Begräbnisstätte der Wikinger Lindholm Høje. Dänische Geschichte zeigt das Freilichtmuseum Hjerl Hede bei Vinderup.

Dänen haben eine Vorliebe fürs Kleine, angefangen vom Legoland bei Billund, gibt es zahlreiche Miniaturorte im ganzen Land. In Nordseenähe gut erreichbar sind das Miniby bei Varde das Minilandby bei Frøstrup.

Eine Besonderheit ist das Molermuseum auf Mors im Limfjord mit Fossilien aus dem Moler, wie eine Gesteinsschicht genannt wird, die auf Vulkantätigkeit zurückgeht.

Veranstaltungen

Wikingermärkte gibt es an vielen Orten in Dänemark, der größte ist der Ribe Wikingermarkt Anfang Mai.

Im Sommer konkurrieren die vielen Festivals und Märkte um die zahlreichen Touristen: Einige Musikveranstaltungen von Kammerkonzerten bis Jazzfestivals, Traditionelle Feste, Märkte und viele weitere.

Mitte Juni steigen beim International Kite Flyers Meeting am Strand von Fanø die schönsten Drachen in den Himmel.

An vielen Orten der Küste kann man die Ringreiterturniere verfolgen, zum Beispiel am 2. Wochenende im Juni und August auf der Insel Rømø.

Der Sankthansafton am 23. Juni ist ein dänisches Fest und erinnert mit großen Feuern am Strand, in denen Strohpuppen verbrannt werden, an die Hexenverbrennungen.

Zwischen Vejers Strand und Hvide Strande auf dem Holmsland Klit findet an einem Sonntag Ende Juni/Anfang Juli der North Sea Marathon statt.

Internationalen Ruf hat das Sandskulpturenfestival in Løkken an der Jammerbucht.

Am 2. und 3. Juliwochenende werden die alten Trachten auf der Insel Fanø wieder ausgepackt. Die Fannikertage sind ein farbenfrohes Trachten- und Brauchtumsfest und ein Touristenmagnet.

Typisch für Dänemark sind die volksfestartigen Krämermärkte, eins der größten ist der Vilsund Heste-og Kræmmermarked am letzten Juliwochenende.

Am 1. Septemberwochende fliegen beim Rømø Drachenflieger Festival auch auf Rømø die Drachen.

Autorin: Martina Poggel

 

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