Sogn og Fjordane

Urlaub in Fjordnorwegen

Foto: Der Sognefjord ist der längste und tiefste Fjord Norwegens

Reine wilde Natur, Ruhe und Einsamkeit sind besonders an der Nordseeküste von Sogn og Fjordane zu finden. Die Küste wird Richtung Norden immer rauher, das Meer tost, die Vegetation wird spärlicher. Tümmler und Seehunde ziehen ihre Bahnen, Seeadler gleiten über den Himmel. Tausende von Seevögeln kleben an den Vogelfelsen in der nördlichen Nordsee. Norweger bezeichnen die Inseln als leichthügelig, doch bei Erhebungen von 200 bis über 600 Metern sind die Steigungen teilweise recht beträchtlich. Viele Inseln sind autofrei, manche nur mit eigenem Boot erreichbar. Wer die Robinsonade sucht, findet in der Inselwelt von Sogn og Fjordane sicher eine einsame Hütte am Meer oder übernachtet in einem der vielen Leuchtürme auf einem Felsen in der tobenden Nordsee.

Die Inseln in der Sognefjordmündung werden „Nordsjøporten“ genannt. Sie sind mit 6 Brücken verbunden, die äußeren sind außer Utvær Naturreservat. Utvær ist die westlichste Insel Norwegens und wird gerne besucht. Im roten Leuchtturm zu übernachten ist ein besonderes Erlebnis, wenn die Tagesgäste die Insel verlassen haben. Unzählige Inseln liegen im Gebiet des äußeren Sogn- und Dalsfjord. Allein die Fischersiedlung Bulandet umfasst 365. Zu den meisten gibt es gute Fähr- oder Schnellbootverbindungen, was ein „Hüpfen“ von Insel zu Insel möglich macht.

Das Festland am Fjordrand erhebt sich mehr und mehr. Der markante Felsklotz Lihesten am nördlichen Ausgang des Sognfjords hat schon den Wikingern als Markierung gedient. Fast senkrecht erhebt sich eine 600 Meter hohe Steilwand über dem Meer und den angrenzenden Fjorden. Bei Wanderern beliebt sind der südöstliche 770 Meter hohe Aussichtsgipfel Risnesnipa und der nordöstliche 710 Meter hohe Gygrekjeften, benannt nach dem weiblichen Troll Gygra, die hier in Unwesen getrieben haben soll. Gemächlicher ist eine Wanderung auf dem historischen Postweg von Bergen nach Trondheim, der im Bereich Gulen, Hyllestad und Fjaler einige reizvolle Sehenswürdigkeiten bietet. Er führt an der Wassermühle von Gulen über einige alte Steinbrücken und am Mühlsteinpark von Hyllestad vorbei. Im Steinhauerlager kann man wie vor 1.000 Jahren am Wikingerleben teilnehmen.

Auf dem Weg nach Norden trifft man immer wieder auf Spuren der Vergangenheit. Erste Siedler haben in Ausevik bei Stavang 300 Felszeichnungen mit Tier- und Jagdmotiven hinterlassen. Bekannter sind die weiter nördlichen Felszeichnungen von Vingen mit 2.000 Motiven. Doch vorher lohnt ein Abstecher auf die bewaldete Insel Svanøy, das Küstenmuseum in Florø und die Insel Kinn mit ihrer alten Steinkirche aus dem 13. Jhdt., dem Freilichttheater, der Kinna-Kluft und dem Ytterøyane fyr, weit draußen im Meer.

Die steile Küste im Nordfjordgebiet ist geprägt von weit ins Meer ragenden Halbinseln und großen Inseln, die fast noch am Festland zu hängen scheinen. Europas höchste Meeresklippe erhebt sich 860 Meter hoch. Da überrascht es sehr, dass es hier die weißesten Strände Norwegens gibt: Refvikssanden im Norden der Insel Vågsøy. Auch an den anderen Stränden der Region können Unerschrockene in der kurzen Sommersaison durchaus mal ein Bad wagen. Touristisch interessant ist der Fischereihafen Måløy, der pilzförmige Fels „Kannesteinen“ in der Nähe, vier Leuchttürme und für Ornithologen die Vogelfelsen Einevarden und Klovningen. Der Weg zum Kråkenes fyr auf der nördlichsten Klippe von Vågsøy ist ein besonderes Erlebnis mit beeindruckenden Ausblicken auf die wilde Nordsee. Im hoch auf den Klippen stehenden Haus des Leuchtfeuers kann man übernachten oder Kaffee und Kuchen genießen. Malerisch ist die kleine Insel Silda nordöstlich von Vågsøy mit ihrem gleichnamigen Fischerdörfchen und vielen Ferienhütten. Von Selje am Anfang der Halbinsel Stadlandet geht eine Fähre zur Insel Selja, einem der mythenreichsten Orte Norwegens im Zusammenhang mit der Schutzheiligen Norwegens Sunniva. Hier soll sie sich in der nach ihr benannten Sunniva-Höhle versteckt haben. Kulturhistorisch interessant ist das mittelalterliche Selje-Kloster.

Segeln an der norwegischen Küste

Die Halbinsel Stadlandet markiert die nördliche Grenze der Nordsee

Hohe Klippen und Untiefen machen die See zu einem gefährlichen Schifffahrtsweg. Das Nordfjorddykkersentrum bietet Tauchgänge zu den zahlreichen Wracks an, die bei der Umfahrung der Klippen gesunken sind. Um das Umfahren der tückischen Halbinsel Stadlandet zu vermeiden zogen die Wikinger ihre Boote an der schmalsten Stelle über den steinigen Pass von Dragseidet, immerhin fünf Kilometer weit und 240 Meter hoch. Heute wird ernsthaft überlegt, einen Schiffstunnel durch den Fels zu treiben. Die kleine Kapelle von Ervika erinnert an den tragischen Untergang des Hurtigrutenschiffs St. Svithun, das versehentlich im Zweiten Weltkrieg bombadiert worden war. Als Kirchenglocke dient die alte Schiffsglocke. Im äußersten Westen von Stadlandet erhebt sich der fast 500 Meter hohe Kjerringa mit einem wunderbaren Panoramablick. Nur noch ein paar Meter Richtung Steilküste und das stürmische  Vestkap von Norwegen und nördlichste Punkt der Nordsee ist erreicht.

Autorin: Martina Poggel

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